PKV Selbstbeteiligung: Selbstbeteiligung bei der privaten Krankenversicherung – Asskon24 informiert

Grundsätzlich reduziert der Einschluss eines Selbstbehaltes in der privaten Krankenversicherung den Beitrag zur Krankenversicherung. Aber warum ist das so und was versteht man eigentlich unter einem Selbstbehalt?

Inhaltsverzeichnis

1. Definition: Selbstbeteiligung in der PKV

Als Selbstbeteiligung wird in der privaten Krankenversicherung immer der Anteil der Kosten bezeichnet, der nicht von der Versicherungsgesellschaft übernommen wird, sondern vom Versicherten selbst getragen werden muss. Dadurch verringert sich der Kostenanteil für die Versicherungsgesellschaft, was der Grund dafür ist, dass die Versicherungsgesellschaft den monatlichen Krankenversicherungsbeitrag etwas senken kann. Eine Selbstbeteiligung kann auch nur für bestimmte Leistungsbereiche vereinbart werden. Eine Krankenversicherung gliedert sich in drei Leistungsbereiche: ambulant (A), stationär (S) und zahnärztlich (Z). Wenn Sie einen Tarif mit Selbstbeteiligung wählen, gilt die Selbstbeteiligung immer für den ambulanten Bereich als vereinbart. Es ist daher unbedingt darauf zu achten, für welche Leistungsbereiche die Selbstbeteiligung vereinbart wurde. Sind alle drei Bereiche betroffen, steht hinter dem Selbstbehalt ein (ASZ).

2. Arten der Selbstbeteiligung in der privaten Krankenversicherung

Absolute Selbstbeteiligung:

Dies ist die häufigste Form der Selbstbeteiligung. Es wird ein fester Selbstbehalt (z.B. 600,- €) vereinbart. Der Zeitraum ist stets das Kalenderjahr. Bis zur Höhe der vereinbarten Selbstbeteiligung zahlt der Versicherungsnehmer seine Rechnungen für Behandlungen und Medikamente selbst. Danach übernimmt die Versicherungsgesellschaft die Kosten in der vertraglich vereinbarten Höhe.

Beispiel:
Sie haben einen Tarif mit einer Selbstbeteiligung von 600,-€ (ASZ) vereinbart. Sie bezahlen alle anfallenden Rechnungen bis zum Gesamtbetrag von 600,-€ selbst.

Erste Rechnung:
Ihr Zahnarzt behandelt einen kariösen Zahn und macht Ihnen eine Füllung. Sie erhalten eine Zahnarztrechnung über 120,-€ und reichen diese bei der Gesellschaft ein.
Die Gesellschaft prüft, ob Sie eine zahnärztliche Selbstbeteiligung (Z) vereinbart haben. Ja!
Da es sich um die erste Rechnung des Jahres handelt, müssen Sie die 120,-€ selbst bezahlen. Sie erhalten ein Schreiben von der Gesellschaft, in dem Ihnen mitgeteilt wird, dass die Rechnung in Höhe von 120,-€ auf Ihren Selbstbehalt angerechnet wurde und für das laufende Jahr ein Selbstbehalt von 480,-€ verbleibt.

Zweite Rechnung:
Im selben Jahr werden Ihnen nach einer ärztlichen Untersuchung 6x Physiotherapiestunden verordnet. Der Gesamtbetrag der Rechnungen beläuft sich auf 500,-€. Ihr Selbstbehalt gilt auch für den ambulanten Bereich (A). Da Ihr noch verbleibender Eigenanteil vom Jahr 480,-€ beträgt, werden Ihnen von der 500,-€ Rechnung 20,-€ erstattet.
Jede weitere eingereichte Rechnung wird dann ohne Abzug einer Selbstbeteiligung gemäß den vereinbarten Prozentsätzen übernommen.

Prozentuale Selbstbeteiligung:

Hier zahlt man immer einen bestimmten Prozentsatz oder Summe pro Rechnung selbst. Zum Beispiel 20 % von jeder Rechnung oder 20 € von jeder Rechnung (wie bei der Continentale). Man sollte darauf achten, dass es eine Begrenzung der jährlichen Beteiligung gibt. Ansonsten sieht die gesetzliche Regelung vor, dass die Höchstgrenze der Selbstbeteiligung bei 5.000 € pro Jahr liegt.

Beispiel:
Erste Rechnung:

Ihr Zahnarzt behandelt einen kariösen Zahn und macht Ihnen eine Füllung. Sie erhalten eine zahnärztliche Rechnung in Höhe von 120,-€. Von dieser Rechnung müssen Sie 20 % oder 20 € selbst zahlen.

Achtung:
Bei dieser Art von Selbstbeteiligung leistet eine Versicherungsgesellschaft schon beim Einreichen der ersten Rechnung. Meist verliert man dann aber den Anspruch auf die Beitragsrückerstattung, welche häufig attraktiver ist als die Erstattung einer einzelnen Rechnung. Die Voraussetzung für die Auszahlung einer Beitragsrückerstattung ist, dass der Vertrag im gesamten Jahr leistungsfrei geblieben ist. Also keine Rechnungen zur Erstattung eingereicht wurden. Es empfiehlt sich, vor der Einreichung von Rechnungen an die Versicherungsgesellschaft, eine „Günstiger-Prüfung“ durchzuführen. Dabei prüft man, ob die zu erwartende Beitragsrückerstattung nicht höher ausfällt als die Erstattung der vorliegenden Rechnungen. Ist es günstiger sich die Rechnungen erstatten zu lassen, oder ist es günstiger auf die Auszahlung der Beitragsrückerstattung zu warten?

3. Lässt sich die Selbstbeteiligung während der Vertragslaufzeit ändern?

Häufig bieten Versicherungsgesellschaften ihre Tarife mit unterschiedlichen Selbstbeteiligungshöhen (z.B. 0,- €, 300,- €, 600,- €, 900,- €, 1.200,- €) an.

Hinweis: Vorsorgeuntersuchungen fallen häufig nicht unter die Selbstbeteiligung.

Bei der Wahl der Versicherungsgesellschaft ist es sinnvoll, darauf zu achten, ob sie Tarife mit unterschiedlichen SB-Höhen anbietet. Eine Erhöhung der SB z.B. von 0,-€ auf 600,-€ kann entweder zum nächsten Monatsersten oder zum nächsten Jahresersten ohne erneute Gesundheitsprüfung erfolgen.

Bei einer Reduzierung der Selbstbeteiligung z.B. von 600 € auf 300 € oder 0 € müssen hingegen aktuelle Gesundheitsfragen beantwortet werden. Gab es in den letzten 5 Jahren gesundheitliche Probleme, kann ein Wechsel der Selbstbeteiligung seitens der Versicherungsgesellschaft verweigert oder mit einem unattraktiven Risikozuschlag belegt werden. Hier kann man vorsorgen, indem man frühzeitig einen Optionstarif abschließt. Dieser ermöglicht unter bestimmten Voraussetzungen den Wechsel in einen höherwertigen Tarif (dazu zählt auch die Reduzierung der Selbstbeteiligung) ohne dass Gesundheitsfragen beantwortet werden müssen.

4. Für wen lohnt sich eine Selbstbeteiligung?

Angestellten empfehlen wir meist keine Selbstbeteiligung. Vereinbart der Angestellte eine Selbstbeteiligung, profitiert davon auch der Arbeitgeber. Das Risiko der Selbstbeteiligung trägt der Angestellte aber allein.

Selbständige hingegen erhalten keinen Arbeitgeberzuschuss und tragen ihren Krankenversicherungsbeitrag zu 100 % allein. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, eine Selbstbeteiligung abzuschließen, um den Krankenversicherungsbeitrag zu senken.

Dennoch bleibt es bei einer individuellen Betrachtung, da auch Kinder oder Risikozuschläge, unabhängig von einer Anstellung oder Selbständigkeit, berücksichtigt werden müssen. Ein Berater prüft dies vorab für Sie und stellt Ihnen eine übersichtliche Tarifauswahl zusammen.

5. Steuerliche Betrachtung der Selbstbeteiligung: private Krankenversicherung vs. gesetzliche Krankenversicherung

Versicherungsberater dürfen grundsätzlich keine Steuerberatung durchführen. Dies ist ausschließlich Aufgabe des Steuerberaters.

Grundsätzlich kann aber gesagt werden, dass auch die private Krankenversicherung im Rahmen der Vorsorgeaufwendungen steuerlich absetzbar ist. Allerdings nicht in gleicher Höhe wie der Beitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung. Da der Gesetzgeber nur die Basisleistungen als absetzbar vorsieht und man in der PKV höherwertige Leistungen einschließen kann. Ob dieser steuerliche Unterschied jedoch wichtiger ist als die bessere Versorgung im Leistungsfall und die schnelleren Termine beim Facharzt, muss jeder für sich selbst entscheiden.

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